Ohne leeren Grund

 

 

Wir sind in Holland.

Nein, nicht in den Niederlanden,

in Limburg, Zeeland, Gelderland;

wirklich in Holland,

der Provinz Zuid-Holland,

in 's-Gravenhage

(kaum aussprechbar),

Den Haag.

 

Heute im Escher-Museum,

"Escher in het Paleis",

einem Stadtpalast,

den einst Emma bewohnte,

die Königinmutter.

 

Einige der Bilder Eschers haben mich zu folgendem Gedicht angeregt.

 

(Eine Zeichnung Eschers, ein lückenloses Nebeneinander von Figuren, Fischen und Vögeln,

von Vordergründen ohne Hintergrund,

Gestalten ohne Leere,

hat mich zu folgendem Gedicht angeregt.)

 

 

Die Vögel und die Fische,

die sind im Gleichgewicht

nach Größe und nach Zahl,

gleich wichtig und gleich wertig.

 

Kann ich als Mensch so leben,

gleich stark und auch gleich oft

als Fisch so wie als Vogel,

als Vogel wie als Fischß

 

Ein Mensch hat einen Schwerpunkt,

will lieber, öfter, mehr

ein Fisch sein statt ein Vogel,

ein Vogel statt ein Fisch.

 

 

Auf manchen Bildern Eschers

gibt es nur Vordergrund, (Vordergründe)

gar keinen Zwischen-Raum

gar keinen Hintergrund.

 

 

Es sind ja Eschers Bilder

oft lückenlos gefüllt,

ganz ohne leere Flächen,

ganz ohne leeren Grund.

 

 

Kann ich denn auch so leben,

wie M.C. Escher zeichnet?

 

 

Leb' nicht allein als Fisch!

Ein Fisch kennt keine Luft.

Leb' nicht allein als Vogel!

Der Vogel kennt kein Wasser.

Sei beides, Fisch und Vogel!

(Sei Fisch, und sei auch Vogel!)

Ein Vogelfisch kennt beides,

die Luft und auch das Wasser.

 

Du kannst nicht immer Fisch sein.

Wenn du nur Fisch sein willst,

dann bist du manchmal nichts.

Wenn du kein Fisch sein kannst,

dann sei doch einfach Vogel1

 

Du kannst du nicht ständig Vogel sein.

Willst du nur Vogel sein,

dann bist du manchmal nichts.

Wenn du kein Vogel sein kannst,

dann sei doch einfach Fisch!

 

Wenn du allein der Fisch bist,

wenn du nur Vogel bist,

erschaffst du ein Dazwischen,

den Hintergrund, in dem

nichts ist und du nichts bist.

 

Kleb' nicht an etwas fest!

Denn nichts gibt es zu jeder Zeit,

gibt nichts an jedem Ort.

Bleib' doch beweglich, sei

wenn dies nicht geht, doch das!

 

Als Vogelfisch, da kennst

du keine leere Fläche,

da kennst du keine Zeit,

in der du gar nichts bist,

kein Fisch und auch kein Vogel.
 

Sei immer irgendetwas1

Leb nicht als Weder-Noch!

Sei ein Sowohl-als-auch!

 

Lass nichts gestaltlos sein!

Lass kein Dazwischen leer1

Füll alles aus als Vogelfisch - 

geeint, vereinigt, ganz.

 

Kann ich denn wirklich leben,

wie M.C. Escher zeichnet?

Gewiss nicht immer, denn

ich brauch auch manchmal Leere,

muss ruhen in der Stille

des Nichts, das Alles ist.

 

Auch Leere ist ja Eins-Sein.

Auch Leere macht ja ganz.

Wie Escher leben, kann ich

gewiss nicht immer, doch 

vielleicht gewisse Zeit.

 

Wenn du was siehst, dann sieh es!

Dann sieh es voll und ganz!

Doch bleib nicht dabei steh'n!

Es ist ja nur ein Ding

von unzählbaren Dingen.

 

Und sieh auch manchmal nichts!

Ruh' in der Leere aus,

der formenfreien Einheit,

die noch nicht Vielheit ist,

noch ungeteiltes Ganzes!

 

Doch gleich, wo du auch lebst,

ob in bewegter Vielfalt,

ob ruhend in der Stille,

leb voll, nicht halb, leb ganz!

 

 

 

 

 

 

 

 

PS.

Zusammenfassend könnt' ich sagen:

Mach das, was relativ ist,

nicht zu was Absolutem!

Leb alles, wie es ist!

Leb Relatives relativ!

Es ist nicht absolut.

Mach es doch nicht zudem,

was es nun mal nicht ist!

Leb' Absolutes absolut.

Es ist nicht relativ.

Mach es doch nicht zu dem,

was es nun mal nicht ist!

Leb' es als relativ

 

 

 

 

 

 

Publiziert am: Samstag, 28. März 2026 (13 mal gelesen)
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