Paradiesvögel



Die Liebe ist ein Zigeunerkind

und hat noch nie ein Gesetz gekannt.

(Bizet, Carmen)





 

Paradiesvögel fängst du nicht ein.

Sie fliegen dir zu ganz von selbst.

Sie fliegen dir zu von allein.


 

Paradiesvögel, die wollen frei sein.

Den Himmel, den brauchen sie ganz.

Nur ein Teil, der ist ihnen zu klein.


 

Paradiesvögel halte nicht fest!

Lass sie los, lass sie kommen und geh'n!.

Denn sie bauen bei dir nicht ihr Nest.

 

 

Paradiesvögel sperrt man nicht ein.

Sie leiden darunter, gefangen zu sein.

Sie laufen nicht brav an der Leine.

 

 

Sie gehören, gehorchen dir nicht;

unzähmbar, an keinen gebunden.

Sie drehen mit dir keine Runden.

 

 

Sie lecken auch nicht deine Wunden.

Sie haben nach dir nicht gesucht.

Sie haben dich einfach gefunden.

 

 

Du kannst sie als Wunder bestaunen,

entzückt sein vom Zauber der Farben.

Doch du weißt nicht, für wie viele Stunden.


 

Was sie dir versprechen,

das glaub' ihnen nicht!

Kein Wort hat bei ihnen Gewicht.

 

 

Das Sprechen, das ist für sie lockeres Spiel,

nichts sagend, belanglos, nur Sprüche,

die gelten nicht lang und nicht viel.

 

 

Sie sind ja nicht grundsätzlich schlecht.

Als Zeitvertreib tun sie uns gut.

Doch sie folgen allein ihrem eigenen Recht.

 

 

Sie kennen kein Müssen, kein Sollen.

Sie bleiben, solange sie wollen -

zum Weiterflug immer bereit. 

 

 

Sie sind sich bewusst, dass sie schön sind,

ihrer glänzenden, schillernden Pracht.

Und sie wissen auch: Schönheit ist Macht.


 

Sie kennen durchaus ihr Beliebsein.

Doch ihr Lieben ist flüchtig, beliebig,

geht nicht tief, ist nur täuschender Schein.

 

 

Paradiesvögel schlagen nicht Wurzeln.

Die Welt ist ihr Heim, ihre Heimat.

Ihr Ziel, das ist endloser Pfad.

 

 

Vom Leichtsinn zu Neuem gezogen,

schwingen aufwärts sie sich in den Wind,

und du merkst: Sie sind weiter geflogen.

 

 

Ohne Nachricht, im Dunkel der Nacht,

ohne Abschied, ein tröstendes Wort,

sind sie weg, nicht mehr da, einfach fort.

 

 

Und es lohnt nicht, dass du ihnen nachweinst.

Denn sie selbst schau'n sich nicht nach dir um.

Wenn sie weg geh'n, dann frag nicht "warum"!

 

 

Paradiesvögel sind nun mal treulos.

Sie fliegen nicht zu, um zu bleiben.

Und die Tränen um sie, die sind dumm.


 

Spar dir auf deine Trauer für Andere!

Das, was flüchten will, halt nicht zurück!

Die die bleiben, die sind doch dein Glück.


 

Sei ein Baum neben anderen Bäumen,

so wie du fest verwurzelt im Wald.

Was vertraut ist, nur das gibt uns Halt.

 

 

Leb mit Bäumen - die fliegen nicht fort;

unter Bäumen - die bleiben ja hier.

unter Bäumen - die bleiben bei dir.

 

 

 

Angeregt zu diesem Gedicht hat mich das Lied "Paradiesvögel" von "Silly" 

 

Publiziert am: Samstag, 21. März 2026 (33 mal gelesen)
Copyright © by Rudolfo Kithera

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