Vertrauen
Doch eine Hilfe können wir -
und müssen wir - uns selber geben:
Vertrauen darin, dass uns Hilfe sicher ist,
Vertrauen darin, dass der HIMMELSVATER
ja selber unsere Heimkehr zu IHM will,
sie uns daher gewiss gelingen wird,
da SEINER Allmacht nichts im Wege steht,
kein Wesen SEINEM Willen sich entgegen stellt,
da es nichts neben SEINEM Willen gibt.
Natürlich kommt jetzt das Gedicht
von Dietrich Bonhoeffer - berühmt-bekannt,
auch schon von Totenzetteln und von Osterkerzen -.
im Nazi-Knast geschrieben
vor seiner Hinrichtung.
Käme es nicht,
es würde hier doch fehlen.
Von guten Mächten
Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar, -
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.
Noch will das alte unsere Herzen quälen;
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unseren aufgeschreckten Seelen
das Heil, das du für uns geschaffen hast!
Und reichst du uns den schweren Kelch, den bitter'n,
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus Deiner guten und geliebten Hand.
Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann woll'n wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört Dir unser Leben ganz.
Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsere Dunkelheit gebracht,
führ', wenn es sein kann, wieder uns zusammen!
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.
Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so lass uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all Deiner Kinder hohen Lobgesang!
Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen,
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Von Masha Kaléko gibt es einige Zeilen,
die über das Vertrauen zu Gott als einem Anderen hinausgehen,
zuletzt die Frage stellen,
ob Gott-Vertrauen nicht letztlich Selbst-Vertrauen ist,
Vertrauen in das Einssein mit Gott:
Einer
Einer ist da, der mich denkt,
der mich atmet, der mich lenkt,
der mich schafft und meine Welt,
der mich trägt und der mich hält.
Wer ist dieser Irgendwer?
Ist er ich? und bin ich Er?
Das ist zunächst mal ja nur eine Frage - vielleicht die wichtigste.
Ich bitte dich, liebe Leserin, um ein wenig Geduld.
Schon bald wirst du in einigen der weiteren Texte eine bejahende Antwort finden:
"Das Ich-Bin und der VATER sind eins." (Joh10,30)
Publiziert am: Dienstag, 09. März 2021 (1109 mal gelesen)
Copyright © by Rudolfo Kithera
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