Auf der Brücke
Ich steh' auf einer Brücke,
der Brücke zwischen Häusern.
Die Brücke, die vebindet
die Häuser miteinander.
Ich stehe auf der Brücke
und schaue auf die Häuser.
Von einem Haus aus könnt' ich
das andere Haus kaum seh'n.
Doch steh' ich ja dazwischen,
steh' zwischen Haus und Haus.
Und von der Brücke kann ich
sie beide sehr gut seh'n,
kann seh'n, die Häuser sind
ja beide wunderschön -
vom letzten Licht des Tages
so wunderbar beschienen.
Aus einem Haus heraus
könnt ich das gar nicht sehen.
Doch steh' ich ja dazwischen,
steh' zwischen Haus und Haus,
und von der Brücke kann ich
sie beide sehr gut seh'n.
Steh' zwischen dir und Anderen!
Sieh nicht aus dir heraus!
Du kannst von dir aus nicht
dich und den Anderen seh'n.
Drum stell dich auf die Brücke,
die Brücke, die verbindet!
Von hier aus kannst du dich
und auch die Anderen seh'n -
nicht mehr getrennt, allein;
gemeinsam und zusammen.
Kommentar:
Das Bild, das ich von dir hab' , ich von mir hab',
das Bild, das du von dir hast, du von mir hast,
die Bilder, die wir von uns malen, sind nicht wirklich.
All diese Bilder sind nicht wirklich wahr.
All diese Bilder sind nicht wirklich wir.
Das, was wir wirklich sind, ist das,
was uns verbindet, uns gemeinsam ist.
Das, was wir wirklich sind,
liegt zwischen mir und dir.
Publiziert am: Dienstag, 10. Februar 2026 (27 mal gelesen)
Copyright © by Rudolfo Kithera
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