Vollkommen angekommen
Anscheinend oder scheinbar
gibt es ja in der Welt
nicht nur das Heile, Gute, Richt'ge,
auch , Unheil, Schlechtes, Unrecht,
gibt Mangel und gibt Mängel,
gibt das, was fehlt, was stört.
Die Welt, die ist nicht makellos.
Die Welt ist un-vollkommen.
Ich will mich hier nicht fragen:
Wo kommt das Schlechte her?
will mich statt dessen fragen:
wo geht das Schlechte hin?
Bleibt Unheil immer Unheil?
Bleibt Unrecht immer Unrecht?
Bleibt Mangel immer Mangel?
Bleibt Schlechtes immer schlecht?
Wird auch das Unheil heilig,
auch Unrecht einmal richtig,
der Mangel einmal Fülle,
das Schlechte einmal gut?
Und hier ist meine Antwort:
Die hab' nicht ich erfunden.
Die habe ich gefunden
bei goßen Menschheitslehrern.
Was un-vollkommen ist
(vielleicht nur so erscheint),
das ist nur eine Stufe
hin zur Vollkommenheit.
Was un-vollkommen ist,
kann nicht für immer dauern,
lebt nur begrenzte Zeit
und löst sich irgendwann
auf in Vollkommen-Sein,
auf in die Ewigkeit,
wie alle Flüsse münden
ins eine, große Meer.
Was unvollkommen ist,
ist noch nicht angekommen,
es ist noch nicht am Ziel,
es ist noch nicht zu Ende.
Sein Ziel, sein Zweck, sein Sinn,
das liegt nicht in ihm selbst.
Es hat sein Ziel im Anderen,
in der Vollkommenheit.
Was unvollkommen ist,
das ist noch un-vollendet.
es geht zu Ende erst
in der Un-Endlichkeit.
Was unvollkommen ist,
das hat noch enge Grenzen.
Es weitet sich, ent-grenzt sich
zur Grenzenlosigkeit
Es ist schon auf dem Weg,
Weg zum Vollkommen-Sein.
Es ist daher schon jetzt
Vollkommenheit im Werden.
Was un-vollkommen ist,
das ist noch nicht zu Ende,
das ist noch un-vollendet,
ist noch nicht angekommen.
Doch es wird irgendwann
mal angekommen sein,
an seinem Ende sein,
wird dann voll-endet sein.
Bis dahin wird es, muss es
sich wandeln, wachsen, reifen
sich läutern in der Zeit,
aufsteigend zur Vollendung.
Denn alles strebt ja vorwärts.
Denn alles strebt ja aufwärts.
Denn alles sucht sich selber,
sucht seine Wirklichkeit
bis es sich endlich findet,
die eigene Wahrheit findet,
sich selbst in der Voll-Endung,
in der Vollkommenheit.
Publiziert am: Dienstag, 26. Mai 2026 (23 mal gelesen)
Copyright © by Rudolfo Kithera
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