Strahlenkater, Katzenwäsche

 


 

Der Strahlenkater streunt

herum in meinem Körper,

wo mein gestreuter Krebs

erwacht und weiterwuchert-

Der Kater macht mich schlapp.

Ich schlafe lang und viel.


 

Ich führe mit dem Krebs

einen Vernichtungskrieg,

den ich verlieren werde.

Der Krebs, der ist kein Gegner.

Er führt den Kampf nicht fair,

mit ehrenvollen Mitteln,

nach abgesprochenen Regeln.

Der Krebs, der ist ein Feind,

gemein und hinterlistig.

 

 

Der Feind rückt langsam vor.

Er lässt sich Zeit, ist sich

ja seines Sieges sicher.

Ich decke meinen Rückzug

mit einer letzten Waffe

aus dem Atomkraftwerk,

Lutetium. das hält

den Krebs ein wenig auf,

verzögert seinen Vormarsch,

jedoch nur kurze Zeit.


 

Ich bin zum fünften Mal

nun hier in Quarantäne,

in Duisburg, Im Bethesda.

Lutetium, das strahlt ja.

ist nun mal nuklear.

Zwei Tage lang darf ich

das Zimmer nicht verlassen.


 

Als ich den Arzt hier fragte,

warum ich denn so schlapp,

so schnell erschöpft bin und

nach jedem Treppensteigen

schon völlig außer Atem,

da sagte er mir lächelnd:

"Das nennt man ,Strahlenkater´.

Das ist die Nebenwirkung.

Die häuft sich an, nimmt zu

mit jeder Infusion."

"Das merke ich, mein Kater 

hat kräftig zugenommen,

der ist schon wohlgenährt.

Er war wohl recht gefräßig."

 

 

 

Noch mal ne Katzenwäsche.

Das Duschen geht nicht, gäbe

zu viel verstrahltes Wasser.

Noch mal ein leckeres Frühstück.

Dann werde ich entlassen.

Mein "Bärchen" holt mich ab,

fährt mich nach Hause, dort

kann ich mich wieder duschen,

mich in die Sonne setzen

auf der Terrasse draußen,

kann durch den Garten geh'n

kann wieder alles machen,

was ich noch machen kann,

was ich noch machen will.


 

Jedoch, wie lange noch?

 

 

 

 

Publiziert am: Sonntag, 24. Mai 2026 (18 mal gelesen)
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