Nicht nur Kamillentee
Ich hab' nicht immer nur
Kamillentee getrunken,
trank früher auch mal Wein
und Bier, nur selten Schnaps.
Jedoch auch damals bin
ich nicht zum Säufer abgesunken.
Auf Feiern, Festen, Parties
hab' ich mich nicht besoffen -
nun gut, nicht oft, ganz selten.
Ich wollte keinen Filmriss,
ich wollt' noch gerade (gradaus) geh'n -
nicht torkelnd an der Wand lang -
ich wollte noch klar seh'n.
Das war nicht selbstverständlich.
In der Familie gab es
durchaus auch ein paar Süchtige.
ich bin in ihr ne Minderheit,
die sich nicht eingeladen fühlt
zum Qualmen, Pöseln, Prassen
(die sich nicht hingezogen fühlt).
Der Alkohol, der ist
für mich Genuss, nicht Rausch.
Ich war und bin schlicht nicht begabt
für Süchte aller Art.
So war es, doch so ist es
in letzter Zeit nicht mehr.
Das, was ich mal nicht wollte,
kann ich heut' gar nicht mehr.
Mehr als ein Schlückchen Wein
vertrag ich einfach nicht.
Ich muss nicht mehr wie Früher
mir selber Grenzen setzen.
Das übernimmt mein Körper,
nimmt mir mein Körper ab.
Er zeigt mir rote Linien.
Wenn ich die überschreite,
dann ist die Strafe hart.
(ist seine Strafe hart -
dann werd# ich hart bestraft).
Ich trinke immer noch
auch mal ein Schlückchen Wein,
jedoch kein zweites Glas,
trink manchmal auch ein Bier,
doch nur ne halbe Flasche,
und machmal auch Kamillentee
für meine kranken Magen.
Wer älter wird, der merkt.
die Grenzten werden enger.
wer schließlich alt ist, weiß:
die Grenzen, die sind eng.
Ich muss sie akzeptieren.
Sonst reibe ich mich auf
in einem Krieg, den ich
gar nicht gewinnen kann,
den ich verlieren muss.
Publiziert am: Sonntag, 24. Mai 2026 (15 mal gelesen)
Copyright © by Rudolfo Kithera
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