Zwei mal zwei

 

 

Es gibt ja eine Zwei des Subjekts:

Ich liebe und

ich liebe nicht.


 

Zwei Möglichkeiten.

Ich kann die eine, kann die andere wählen.

 

 


 

Es gibt auch eine Zwei des Objekts:

was da ist, und

was nicht da ist.


 

Zwei Möglichkeiten

Die Welt gibt mir die eine und die andere.

 


 

Und zwei mal zwei sind vier.

Es gibt vier Möglichkeiten,

die Zweien zu verknüpfen:

Ich liebe das, was da ist.

Ich liebe nicht, was da ist.

Ich liebe, was nicht da ist.

Ich lieb' nicht, was nicht da ist.


 

Vier Möglichkeiten - 

und jede kann ich wählen.

 


 

 

Doch welche davon wähl' ich

mir denn tatsächlich aus,

mach sie für mich zur Wirklichkeit?

Was spricht für jede?

Und was spricht gegen sie?

 

Das sagen uns die Zeilen, die nun folgen.

 



 

Lieben, was nicht ist:

Ich will bekommen,

ich will haben,

was ich mir wünsche,

was mir jetzt fehlt.

Doch oft bekomme ich nicht, was ich mir wünsche.

Oft kann ich nicht haben, was mir hier fehlt.

Wenn ich will, was nicht da ist,

will ich oft, was ich nicht kann.
 

Nicht lieben, was ist:

Ich will vor etwas, was jetzt da ist, weg laufen.

Ich will etwas, was mich hier stört, weg machen.

Doch oft kann ich das, was mich stört, nicht weg machen.

Oft kann ich vor dem, was mich stört, nicht weg laufen.

Wenn ich das, was jetzt ist, nicht so will, wie es ist,

will ich oft, was ich nicht kann.

 

 

Lieben, was ist:

Ich stelle fest, was da ist,

dass es so ist, wie es ist.

Ich stelle fest, dass jetzt nichts fehlt,

dass hier nichts stört.

 

Ich stelle fest, was ich bekomme,

und wünsche es mir.

Ich wünsche mir, was ich bekomme,

was ich (schon) habe.

Dann bekomme ich sicher, was ich mir wünsche.

Wenn ich will, was jetzt da ist,

kann ich, was ich will.

 

 

Lieben, was nicht ist,

nicht lieben, was ist,

ist oft Kämpfen und Verlieren.

(gegen die Wirklichkeit,

die mit Allmacht das ist, was sie ist,

die mit Allmacht so ist, wie sie ist.

Diesen Kampf kann ich nur verlieren.)
 

Lieben, was ist,

ist sicheres Siegen, ohne zu kämpfen.

(frei nach Genpo Merzel Roshi)

 

 

 

Was gibt es denn zu sagen

zur vierten Möglichkeit:

nicht lieben, was nicht ist?

Für das, was doppelt "nein" sagt,

spricht nichts, spricht einfach gar nichts.

Es gibt daher zu ihr

auch einfach nichts zu sagen.

 

 

 

Publiziert am: Mittwoch, 29. April 2026 (18 mal gelesen)
Copyright © by Rudolfo Kithera

Druckbare Version

[ Zurück ]

Impressum Datenschutz Kontakt

Alle Logos und Warenzeichen auf dieser Seite sind Eigentum der jeweiligen Besitzer und Lizenzhalter. Im übrigen gilt Haftungsausschluss.