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Was ich getan und unterlassen habe

Was ich getan habe

(Schuldgefühle)
 

Eine junge Frau hat als Nebenjob die Betreuung einiger Kinder im Schwimmbad übernommen. Unter anderem gehört es zu ihren aufgaben, darauf zu achten, dass niemand vom Beckenrand ins Wasser springt, als sie einen Moment geistesabwesend ist, geschieht das dennoch, hat jedoch keine schwerwiegenden Konsequenzen. Das Kind hat sich bei dem Sprung weder sich selbst noch andere verletzt, es hat auch niemanden behindert oder belästigt. Es ist keinem anderen auf den Kopf gesprungen, hat auch niemanden nass gespritzt oder beim schwimmen gestört. Es steigt auch sofort, als es dazu aufgefordert wird, brav an der dafür vorgesehenen Leiter aus dem Wasser und akzeptiert schuldgewusst sofort, dass es zur Strafe die nächste halbe Stunde außerhalb des Beckens auf einer Bank verbringen darf. Es ist nichts passiert. Das Kind hat nur ein Verbot übertreten, und die junge Frau hat es als „Bademeisterin nicht verhindert, weil sie es gar nicht gesehen hat.

 

Sie könnte jetzt mit diesen Tatsachen innerlich so umgehen, dass sie sich sagt: „Gut, ich habe da offensichtlich einen Fehler gemacht. Das kommt vor, nicht nur bei mir. Ich habe da einen Augenblick nicht aufgepasst. Das war nicht in Ordnung. Zum Glück ist ja nichts passiert. Aber es hätte ja was passieren können. Ich muss eben doch noch besser darauf achten, was die Kinder machen. Damit das nicht noch mal vorkommt.“

Dann würde sie in der Situation bleiben, bei dem, was in einem Augenblick der kurz zurückliegenden Vergangenheit passiert ist.

 

Statt dessen dehnt sie ihr Bewusstsein auf ähnliche Situationen in der ganzen Vergangenheit aus, in denen sie ebenfalls nicht aufgepasst hat. Dass es auch daneben viele Situationen gegeben hat, in denen sie durchaus wachsam und aufmerksam war, dass diese Situationen sogar überwiegen, übersieht sie dabei, blendet sie aus. Und konstruiert aus dieser einseitigen, verzerrten Auswahl eine Eigenschaft, die sie sich zuschreibt: Ich bin eine weltfremde Träumerin.

 

Doch sie macht noch einen weiteren Schritt zu einer noch umfassenderen negativen Verallgemeinerung. Sie sieht bei sich nicht nur diese eine negative Eigenschaft, sondern zusätzlich auch noch und nur noch andere negative Wesenszüge. Dass sie auch durchaus positive hat, blendet sie wieder aus. Sie sagt sich: Ich bin nicht nur eine weltfremde Träumerin, ich bin auch noch doof und hässlich.Und spätestens da sieht sie sich als völlige Versagerin und fragt sich, ob sie überhaupt eine Existenzberechtigung auf der Welt hat. Sie hat sich selbst als ganze Person entwertet.



 

Was ich unterlassen habe

(Versäumtes)

 

Rette die letzten Rollen!
 

In einer Höhle bei der Stadt Kyme lebte vor langer Zeit eine weise Frau mit dem Namen Sybille, die die Zukunft vorhersehen konnte. Diese Seherin hatte ihre Prophezeiungen auf neun Pergamentrollen festgehalten; und als sie alt geworden war, ließ sie in allen damals bekannten Ländern verkünden, sie wolle diese Rollen zum Verkauf anbieten. Fast alle Reichen und Mächtigen kamen, der Pharao von Ägypten, der König von Babylon, der Tyrann von Athen und viele andere mehr. Allen nannte die Sybille einen abschreckend hohen Preis, so dass keiner die aufgeschriebenen Weissagungen kaufte, sondern jeder enttäuscht und wütend wieder in sein Land zurückkehrte. Ganz zuletzt kam schließlich auch der König von Rom. Auch ihm nannte die Sybille ihren Preis. Der König fand ihn - wie vor ihm alle anderen - unverschämt hoch und weigerte sich, ihn zu bezahlen. Da nahm die Prophetin drei der neun Rollen, hielt sie ins Feuer und sagte: „Nun, König von Rom, hast du nur noch die Möglichkeit, für denselben Preis 6 Rollen zu erwerben. Bedenke sorgfältig, welche Worte du wählst, und nutze die Gelegenheit, die dir geblieben ist!“ Das Angebot, jetzt für nur 6 Rollen denselben Preis zu bezahlen, der ihm schon für 9 Rollen viel zu teuer erschienen war, fand der König noch verrückter, noch absurder, und er lehnte wiederum ab. Da nahm die Sybille wieder drei von den restlichen 6 Rollen, hielt sie wieder ins Feuer und sagte: „Nun, König von Rom, hast du nur noch die Möglichkeit, für denselben Preis die drei letzten Rollen zu kaufen. Bedenke dies mal noch sorgfältiger deine Antwort, denn wenn du zum dritten mal mein Angebot ablehnst und dich wieder weigerst, den Preis zu bezahlen, der im Vergleich zum Wert dieser drei Rollen immer noch lächerlich niedrig ist, nehme ich auch noch diese letzten Rollen und halte sie ins Feuer. Dann hast du deine Chance vertan, und mit dir die Stadt, die du als deine Heimat liebst und für deren Wohlergehen und Gedeihen du verantwortlich bist.“

Da wurde der König nachdenklich; er ahnte, wie außerordentlich wertvoll diese Prophezeiungen waren, kaufte für denselben Preis, für den er auch sämtliche neun hätte bekommen können, die letzten drei Pergamentrollen und rettete sie so für Rom. Dort wurden sie als Sybillinische Bücher unter dem Tempel für den Hauptgott Jupiter auf dem Kapitol aufbewahrt. In Gefahrenzeiten wurden sie von 15 ausgewählten Priestern, den Quindecimvirn, befragt. Und es ist zu einem maßgeblichen Teil den Ratschlägen der Sybillinischen Bücher zu verdanken, dass Rom zu der führenden Macht der damaligen Zeit, zur Weltmacht der Antike werden konnte.

 

Trauere nicht dem nach, was du versäumt hast!
Bedauere nicht, dass du Chancen in der Vergangenheit verpasst hast!

Es spielt keine Rolle.

Nutze die Chancen, die in der Gegenwart noch übrig sind!

Sie lohnen sich immer noch.

Sie sind genug.




 

Blick zurück im Frieden
 

Wilfried lag auf der Couch im Wohnzimmer und nahm sich eine kleine Aus-Zeit. Der Abend würde noch lang werden. Es war sein Geburtstag, er wurde heute 65; Anlass, auf sein Leben zurückzublicken:

„Ich stehe als ältester Sohn zwischen einem anderen ältesten Sohn, meinem Vater, und meinem ältesten Sohn; zwischen „Dionys, dem Tyrannen“ und Robespierre, dem strengen Richter, der Köpfe rollen lässt; zwischen ihnen unglücklich eingequetscht, ich, „Nathan der Weise“, „der Mann ohne Eigenschaften“, der Pontifex (nicht Maximus), der Brückenbauer, der getrennte Ufer verbindet, der Vermittler, der beide Seiten kennt, ein Pendler über die Grenze, die „Schweiz des Teams“, wie mich einmal einer meiner Chefs genannt hat, eine glatte Specksteinkugel zwischen Granitblöcken mit scharfen Ecken und Kanten, im Enneagramm (siehe Anmerkung) eine sich vor Schwierigkeiten drückende Neun zwischen einer herrsch- und rachsüchtigen Acht und einer selbstgerechten, rechthaberischen, besserwissenden Eins. Mein Name passt schon zu mir, Wilfried, „der den Frieden will“, mit aller Macht halten will, auch da, wo Frieden gar nicht stimmt, sondern Kampf, wo Frieden Unfrieden bedeutet. Und sein Vorname Siegfried passt auch zu meinem Vater, dem Offizier bei der Waffen-SS, der sich - wie die Römer - Frieden überhaupt nur vorstellen konnte, wenn er vorher Andere durch Macht besiegt hatte.

Weil ich anders sein wollte als mein Vater, ein anderer Vater, als Vater keine Macht ausüben wollte, habe ich geduldet, dass mein älterer Sohn sich diese Macht anmaßte, sie statt meiner ergriff - und oft missbrauchte (wenn man bei einem Kind, das von seinem Vater eben nicht lernen konnte, wie man angemessen mit Macht umgeht, überhaupt von Missbrauch der Macht reden kann), am meisten gegenüber seinem jüngeren Bruder, dem er bei jeder Gelegenheit die Show stahl, den ich nicht gegen die Angriffe und Übergriffe des Älteren geschützt habe. Weil ich keine Autorität sein wollte, gab ich meinen Söhnen keine Orientierung (außer durch das, was ich ihnen vorlebte), setzte ihnen keine Grenzen, förderte sie, ohne zu fordern. Wenn das Klischee stimmt ,Die Liebe der Mutter hat man, die Liebe des Vaters muss man sich verdienen’, dann haben meine Söhne zwei Mütter gehabt, aber keinen Vater.

Dadurch wäre mein jüngerer Sohn fast unter die Räder gekommen. Dass er dann trotz meiner „Nicht-Erziehung“ doch noch die Kurve gekriegt hat, lag daran, dass das Leben mir meinen Erziehungsjob abgenommen hat.

Wenn man die Fehler der Eltern vermeiden will, macht man die umgekehrten.

Doch „Ende gut, alles gut“, dachte Wilfried. Ihm fiel ein Spruch ein, der mal als Spruch des Tages in der Zeitung stand: „Macht euch doch keine Gedanken darüber, dass eure Kinder nicht auf euch hören! Sie machen euch doch sowieso alles nach.“

„Anscheinend habe ich ihnen doch ein sinnvolles Leben vorgelebt“, dachte Wilfried. „Und das haben sie schließlich doch übernommen.“

Neben seinen Söhnen hatte Wilfried noch einen Bruder. Der war, obwohl er fünf Jahre jünger war, schon immer viel cleverer gewesen. Wilfried war von Geburt an stark kurzsichtig, was seine Eltern aber erst feststellten, als er in die Schule kam, daran, dass er ein Schild aus größerer Entfernung nicht lesen konnte. Wenn seine Mutter im Garten Ostereier versteckte, hatte sein Bruder schon alle weggeschnappt, bevor Wilfried auch nur eins gesehen hatte, so dass seine Mutter gezwungen war, für ihn ein paar eigene Eier zu verstecken. Onkel und Tanten sagten manchmal: „Der Wilfried, der wird einmal Professor, der Bertram, der macht einmal das große Geld.“

Als Kind war der kleine Bruder Wilfried manchmal auf die Nerven gegangen. Er wollte mit ihm spielen, aber Wilfried nicht mit ihm. Später, als Jugendlicher, hatte Wilfried ihm manchen Weg gebahnt und geebnet, hatte trotz seiner Neigung, Auseinandersetzungen zu vermeiden, notgedrungen die typischen Kämpfe um die Höhe des Taschengelds, lange Haare und vergammelte, zerrissene Jeans mit den Eltern ausgefochten, den Krieg, den der Jüngere gar nicht mehr führen musste, weil die Eltern inzwischen kampfmüde Frieden geschlossen hatten.

Alles das war lange her und bedeutungslos geworden. Die Zeit hatte ihm das Gewicht genommen. „Brecht hat Recht“, dachte Wilfried. „Wo sind die Tränen von gestern? Wo ist der Schnee vom vergangenen Jahr?“ Seine Eltern waren inzwischen beide gestorben. Durch die Endgültigkeit des Todes waren seine Erlebnisse und Erfahrungen mit ihnen zu lebloser Vergangenheit erstarrt. Wilfried hatte doch schließlich im Laufe des Lebens vom Leben gelernt, dass Macht nicht nur eine „böse“, sondern auch eine „gute“ Seite hat, dass Macht, verantwortungsvoll eingesetzt, auch dem Leben dienen, Leben schützen kann. Die SS seines Vaters hätte ihre Gräueltaten gar nicht begehen können -jedenfalls nicht im Ausland - , wenn Frankreich und England den noch nicht aufgerüsteten Hitler bei seinen ersten unverschämten Grenzüberschreitungen sofort durch Kampf gestoppt hätten, anstatt sich vor der unangenehmen Auseinandersetzung zu drücken. Sein Vater war auch im Alter gar nicht mehr der gewalttätige Mann der früheren Jahre gewesen, sondern ein durch seine Enkel zur Milde erzogener liebevoller Opa. Und in seinen letzten Lebensjahren war er nicht einmal mehr der vor Gesundheit strotzende, starke, mitten im Leben stehende Mann aus Wilfrieds Kinder- und Jugendzeit gewesen, sondern ein hilfloses Häufchen Elend, ausgeliefert dem Krebs, einer Macht, der gegenüber er völlig machtlos war.

Nach dem Tod der Mutter, die den Vater sechs Jahre überlebt hatte, hatte Wilfried die Erbangelegenheiten mit seinem Bruder in unvoreingenommener Fairness und unbefangener Selbstverständlichkeit regeln können. Seitdem gab es nichts mehr, was ihn zwangsweise an ihn band. Ab und zu sah er ihn, freiwillig, weil er inzwischen ganz gern mit ihm zu tun hatte, bewusst gewählt und gewollt. Es hatte sich in den letzten Jahren ergeben, dass seine Frau und er jedes Jahr ein paar Urlaubstage mit ihm und der Schwägerin verbrachten, und diese gemeinsamen Tage waren bisher alle heiter und unbeschwert gewesen.

Seine Söhne standen inzwischen beide auf eigenen Füßen und mit ihren Beinen mitten im Leben. Der Ältere, Julius, hatte geheiratet, eine Richterin am Amtsgericht, und hatte ihn vor drei Jahren zum Opa einer niedlichen, hübschen kleinen Enkelin gemacht. Auch der Jüngere, Daniel, hatte nach seinen Um- und Irrwegen inzwischen seine Ausbildung zum Heimerzieher abgeschlossen. Er zog zwar die Ungebundenheit des Single-Daseins der verpflichtenden, verbindlichen Nähe einer festen Partnerbeziehung vor, kümmerte sich aber mit großem Verantwortungsgefühl und rührender Fürsorge um die ihm anvertrauten Behinderten und um Arno, seinen großen Bernhardiner. Beide Söhne kamen ab und zu allein oder mit Anhang zu Besuch oder wurden von seiner Frau und ihm besucht, für Wilfried häufig genug. Und er freute sich, wenn sie zu ihm kamen und er zu ihnen, und er freute sich auch darüber, dass sie ja irgendwann auch wieder gingen und auch er irgendwann wieder gehen konnte. „Wenn ich ihnen gegenüber als Vater etwas versäumt habe, ist es jetzt nicht mehr nachzuholen“, dachte Wilfried. „Und anscheinend hat es sie ja nicht daran gehindert, insgesamt lebenstüchtige Menschen zu werden, die wissen, was sie wollen und was sie können.“

Seine Frau und er, das war übrig geblieben, das war noch wichtig. Das konnte noch gelebt, gestaltet werden. Das wollte er auch noch leben.

Wilfried griff nach dem Büchlein, das vor ihm auf dem niedrigen Glastisch lag, und schlug darin das Gedicht „Alles getan, alles gescheh’n“ auf, das sein Freund Rudolfo Kithera vor ein paar Jahren geschrieben hatte:

„Wenn alles gesagt ist und getan ist, gibt es nichts mehr zu bereu’n“ stand da.

Und

„Wenn ich weit das Ganze schaue, nicht Stückwerk mit beschränktem Blick, seh’ ich freudig auf mein Leben, sehe ich mit Dank zurück.“

 

 

Wilfried schlug den Gedichtband zu, und damit auch das Buch seiner Vergangenheit. Er stand auf. In einer Stunde würden die ersten Gäste da sein. Es war Zeit, den Sekt kalt zu stellen.

 

 

 

 

 

 

 



 

 

Anmerkung:

Das Enneagramm ist eine spirituelle Persönlichkeitslehre, nach der es neun grundlegende Persönlichkeitsstrukturen gibt. Jeder dieser „Charaktertypen“ weicht durch Festhalten an einem für ihn wesensbestimmenden „Laster“ von der idealen Persönlichkeit ab und hat dementsprechend die Lebensaufgabe, durch Loslassen und Überwinden dieser „Schwäche“ sich zu einem vollkommenen Menschen zu entwickeln.

Bei Wikipedia findest du, lieber Leser, einen recht nützlichen einführenden Überblick zum Enneagramm.




 

Sindbads Heimkehr

 

Es ist vorbei, ich bin zurück,

vom Weg, der ohne Ausweg war.

Dass ich zurück bin, ist mein Glück.

Er war von Anfang an nicht gehbar.

Doch das ist mir erst heute klar.

 

Ich könnte ja den Tag verfluchen,

an dem ich mich entschloss, zu geh‘ n.

Doch würde das ja nichts mehr ändern.

Das, was gesche‘ n ist, ist gescheh‘ n.

 

Doch was gescheh‘ n ist, ist vergangen.

Es wirkt nicht bis zu diesem Tag.

Ich bin nicht mehr in ihm gefangen,

bin frei für das, was kommen mag.

 

Was ich genommen, was ich gab,

ist längst des Todes reife Beute

ruht friedlich still in seinem Grab.

Nur Weniges lebt fort bis heute.

 

Von allen Schritten, die ich machte,

bleibt hier im Boden keine Spur.

Die Lieder, die ich schrill krakehlt hab’,

hört keiner hier, ob Moll, ob Dur.

 

Die Wand, die ich so grell beschmierte,

aus Übermut wie einst als Kind,

ist übertüncht mit weißer Farbe,

wieder gebleicht von Licht und Wind.

 

 

Die Vase, die ich hektisch umstieß,

die Schaetze, die ich ungeborgen

die Äpfel, die ich faulen ließ,

(zu faul, um sie vom Baum zu pflücken)

sind weder heute da noch morgen

 

Das Geld, vergeudet und verschwendet,

im Rausch verspielt bei Wein und Bier,

ist nicht mehr wirklich, nicht mehr wichtig

in meinem Da-Sein jetzt und hier.

 

 

 

Ich bin zurück von langer Irrfahrt,

geh nicht mehr fort, bleib nun zu Haus

Das Unbekannte lockt mich nicht mehr,

sieht nicht mehr vielverheißend aus.

 

Der Reiz des Neuen ist verflogen.

Ich suche keine andere Braut.

Was er verspricht, ist doch gelogen.

Ich trau’ jetzt dem, was mir vertraut.



 

Kommentar:
 

Um in der Gegenwart zu leben, muss ich zuerst einmal Vergangenes los lassen, das mich unnötig belastet.
Erst frei von Vergangenheit bin ich frei für die Gegenwart.

 

Und es ist mehr unnötig, als wir glauben.
Nur das, was wirklich ist, ist wichtig.
Von der Vergangenheit ist nur das heute noch wichtig, was immer noch wirklich ist.

Und immer noch wirklich ist nur das, was immer noch wirkt, bis in die Gegenwart hinein.

Was einmal war wirklich war, doch nicht mehr ist, ist auch nicht mehr wichtig.
Halte es nicht fest! Es ist Ballast, schwere Steine in deinem Rucksack, die für nichts nützlich sind, die du nicht brauchst. Schleppe sie nicht weiter mit!

 

Nur Schulden, die noch beglichen werden müssen, belasten.

Schulden, die schon längst getilgt sind, nicht.

Und die meisten Schuldscheine sind längst verfallen.

 

Viele Straftaten sind längst verjährt.

Viele sind nie angezeigt worden.

Und die meisten sind nicht einmal bemerkt worden.

 

 

 

 


 





 

 

 

 

 

Publiziert am: Freitag, 02. Dezember 2016 (235 mal gelesen)
Copyright © by Rudolfo Kithera

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